Seefahrt 1995

VÖGLFOUCHER

Den Temp’l auf der Alm ob’n
tuat niamand mehr vollend’n,
d’rum kannt’ man ihn doch weiterhin
als Scheißheis’l verwend’n.

A Museum kriag’n mir iatz
für inser altes G’lump,
da toan mir den Schärmer hin
den liaderlichen Lump.

Geah Pfarrer Lang wenn ‘d Sammeln geahst
an Ausweis tua mitnemmen,
die Leut’ in Inzing toan di’ halt
no lang nit alle kennen.

Die Drachenfliager sein a Graus
in Gastl Klaus toans plag’n,
wenn er sie schon nit schiaß’n darf
tat er sie gern’ derschloag’n.

Pensionist und Schaflzucht
dem Heinz, dem tuat des taug’n
er stinkt nach Silo, Schöps und Stall
doa rinnen dir die Aug’n.

Die Herta hockt am Trainingsplatz
mit an Dirndl mit an bloach’n
vom Adi Vent der Schwoaßhund Tschik
tuat ihr auf’n Buggl soach’n.

Wenn’s Goaßau Wasser dreckig isch,
toan mir ins nit lang ploag’n,
mit toan, daß er ins Putz’n tuat
den Freudentaler fragen.

RITTERSLEIT

Und der Ritter Seppl Gstrein
möcht’ mit G’walt a Maurer sein.
Doch der Wille hat nix g’nutzt
das Jugendheim hun i verputzt. (Zimmermann Walter)

Inser alter Ritter Fritz
Leitl’n des isch g’wiß koa Witz,
tuat in seinen alten Tagen
iatz a nuies Weibetz plag’n.

Sagt der Ritter Hanawastl
vulgo Klaus von Toblat’ Gastl,
Fuaßballspiel isch für die Katz’
drum brauch’n mir koan Trainingsplatz.

A a’a Kanal und Kopfstoanpflaster
Toblat’n hat manches Laster
Hollywood a Scheißdreck isch
wenn in Toblat’n g’wesn bisch.

Und den Ritter Ernst von Müller
find’sch in seinen Raika – Küller
und da tuat er uma krobbl’n
muaß den Boden niedernagl’n.

Dem Ritter Lang sein Domizil
hat gekostet wollt’n viel,
Gemeinderät gern’ einweih’n tat’n
doch werden sie nicht eingelad’n.

Des Gemeindehaus toans schleif’n
der Entschluß hat lang g’miaßt reif’n
und der alte Ritter Mundl
lebt in Volders oder Kundl.

An Turnierplatz kriag’n die Ritter
für die Goaßau – Wasser – G’schrieter
Rosler Hans und Walter Stanz
mach’n den Eröffnungstanz.

Auch zwei Ritterfräulein ha’mer
Greti Preyer und Eva Rammer
dia wöll’n Politik betreib’n
sollt’n hintern Herd decht bleib’n.

Und der Ritter Schletterer
kriag’s iatz a bald netterer
hot die Hattinger verjogg
dia ihn 15 Jahr hob’n plogg.

Und die Ritterfrau Christine
unsre Umwelt-Ritter-Biene,
tuat mit hunderttausend Fragen
die Gemeinderitter plagen.

Hobellied “Da streiten sich die Leut herum”

Da fahr’n viele Leut’ herum mit ihren schianen Gratterln
der Simls Pepi a dabei, jedoch mit oan Granaterl.
Er denkt sich: “Puz, du kriagst mi nit!” und wird dann kreidebleich –
das Schicksal setzt den Zanger’an und hobelt alle gleich.

Der Kirchenchor a Doserl hat voll Zuckerl’n süaß und guat
bei jedem Singen ob’n am Chor man hört wias schmatz’n tuat.
Sie hüat’n diese Zuckerl’n streng, koan andrer darf oans hab’m –
das Schicksal schickt die Friedrichslind de frißt sie alle z’amm.

Dou laffen mir seit 100 Jahr, nach Hatting hin und her
da sagt iatz der Sebastian: “Deis toan mit nimmer mehr!”
Die Prozession wird abgeschaft – daß ins nit epper gar
a Hattinger mit ummerlaft – da sei uns Gott bevor!

Der Jugendchor, der singt fei schian, der Peter hat’n g’leitet
jetzt braucht’n halt die Musig a er sich jetzt vorbereitet.
Woas toan jetzt mit’n Jugendchor, wer macht jetzt da den Wind?
Das Schicksal schickt, o Schreck, o Graus, aus Hatting a Flüchtlingskind.

Oh Susanna

Gemeindesaal – des brauch ma’ nit
mir kehr’n zur großen Welt.
Tuier, laut und eisig kalt –
mir gian in’s Disco Zelt.

Der Bert’l baut um’s Haus herum
an Zaun aus Draht ganz fest,
warscheinlich wert’s an Auslauf wern
für Goaß und Ami – Gäst’.

Die Fuaßballer zum Training gar
nach Malorka heuer fliag’n
nacha wer’n se bis zum End vom Jahr
epper gar koan Punkt zamgriag’n.

Der Knabel singt – a jeder kennt’s –
beim Kirch’n allweil laut,
lei daß er mit der Singerei
sogar die Bläser ausi haut.

Die großen 10 in unser’n Zelt,
dem Udo wird schu bang.
Wo bleib’n den nur die tausend Leit?
Gea bittschian stellt’s enk zsamm.

Ein Reitertraum im Ungarland der Walter hat erlebt, aber wia der Gaul ihn oaber g’haut – die Erde hat gebebt.

In Budapest do kriagsch a Frau Scho um a Butterschnitt’n, erfolglos tuat der Fasser dort, an Koffer voll anbieten.

Beim Kartenspiel’n da g’winnt man gach die Würst die kunn men kaff’n, Tabellenpunkte die sein zach, weil um die do muaß men laff’n.