Seefahrt 1984

AUF DER SEE

Der Zeit voraus seins nur in Inzing,
ja das hört man oft genug;
um a Wochn früher gfahrn
werd zum Vatertagsausflug.

Den Terminplan durcheinander
bringt der Pächter sehr,
denn das Schwimmbad hat noch offen,
das Buffet jedoch nicht mehr.

Hinterm Schulhaus brauner Bodn,
im Schwimmbad isch der Rasn hin,
Gäst und Bürger toan sich ängstig’n
vielleicht isch’s gar deis Dioxin!

Der hat das Gift bestellt,
und der rüht es ein,
der hats verspritzt
und die Schuld, die hat der Gstrein.

Daß die Fans am Fuaßballplatz
nit auf Asfalt können latschen,
geht allein auf grobe Grederfahrerwatschen.

Damenturnen, Volleyball,
das Tennisspiel die Frauen lieben,
und die Männer gian iatz Kochkurs
miaß’n’s Selbstverpflegen übn.

Auf dem Tennisplatz – so hört man,
gibt es neuerdings ein Klo;
die Tennisspieler tüan sich wundern
koane Lackn sein mehr do!

Verkannt von unsern Tennisspielern
der Mitte isch nach Zypern gflogn;
ös Balleleschupfer losts guat zua
er isch dort UNO – Meister wordn.

Den Verkehrsverband zu führen
geat aufs Kreiz, deis merkts enk nur;
muaßt nit der Turtn-Ewald fahrn
auf a ziemlich lange Kur.

Die Erste Geign durfts nit spielen,
deis hat die Finkin sehr verdrossen;
deis Kapitel „Stubengsang“
isch für sie jetzt abgeschlossen.

60 Schützen habn beschlossen:
Auf, wir blauen uns ein Heim!
Hoffentlich sein gleich viel Mann no
wia beim Feiern zu Kathrein!

Wenn mit der Fahn durch d’ Huabn dirigiert wird
wird ab sofort für Musikanten
die Sturzhelmpflicht wohl eingeführt.

Dicke Säcke oder Sperrmull –
alm muaß laffn,
weil vielleicht isch eppes drunter,
was man wieder kannt verkaffn.

Um zu Christi Himmelfahrt
die Festtagsruhe zu verschönen,
ließ man im Buach
zwoa riesengroaße Bagger dröhnen.

Dem Maler rinnt’s Bluat vun Nosn,
der Wimmer gelb wia die Chinesn;
bald hats die arme Liesl troffn,
z’laffn mit an Molerbesn.

„Liaber Hans, soll dei Auto wieder gian,
häng’s Abschleppseil nit an den Bremsschlauch!“
ja deis wersch dechterscht verstian!

In langen Jahren war im Stall und in der Kuchl in;
das Hotel macht’s ihr möglich
heut isch sie Erste Kellnerin!

Isch Türggn gut geraten,
grad gewachsen und schön hoch,
macht ihn einer
mit dem Auto wieder floch.

Seinen Gaul, den vielgeliebten,
hat er wohl jetzt verkafft;
hat in decht der Krampn vor der Hochzeit
samt der Gutschn einigrafft!

Psychologie wird studiert,
und Jus;
wer am End der Gscheitere isch,
den als Mündel nehmen muß.

Den Raika-Chef sah man gehen
mit an dicken Gipskorsett;
immer hoch den Kopf zu tragen
ihn wohl sonst ermüdet hätt!

Was an Heizungskosten gspart isch,
liabe Lehrer deis kert enk;
beim 10. Hauptschuljubiläum
kriagts an Pelzmantl als Geschenk.

Auf dem Kindergartenplatz
ein neues Spielchen kann man sehn,
wenn die Madlen und die Buabn
Scherbn und Gagl suachn gehn.

Spruach bekannt,
immer sexi und ganz geil;
am Wiesenhof bei schönem Wetter
zeigt er gar sein Hinterteil.

Die nuie Gmoantrocht zoagt ganz sicher:
d’ Schwarzn hobn die Hos no un,
aber’s Grian isch stark im Kemmen
wenig roat, koa Blau rundumadum.

Böse Zungen nun behaupten:
Der Gigglberg wurd asfaltiert,
weil der Bürgermoaster Kurtl
dort seine Schaf hat stationiert.