🎶 SEEFAHRT 1987
AUF DER SEE
Im ersten Stockwerk in der Hauptschul’
liegt die Direktionskanzlei
seit der letzt’n Gemeinderatswahl
hoast sie Bürgermeisterei.
Der nuie Bürgermoaster Z’Hatting
Tag und Nacht organisiert,
hat gar sein Bezin-Merzedes
er an Diesl glatt spendiert.
Daß dem Kirchenchor beim Ausflug,
das Feiern lang und gut gefällt,
hat dem Chorleiter mißfallen,
er ein Taxi sich bestellt.
Ach, der Asphalt ist so billig,
hat der Vorstand diskutiert,
und jetzt wird der letzte Feldweg,
vor der Hauptstraß’ asphaltiert.
Seit dem Schul- und Klassenforum
darf der Meinrad nur verwalten,
denn a supergscheite Hausfrau
mecht ihm seine Stunden halten.
Daß der Regen immer saurer
und der Wald im Sterben liegt,
ja, das kommt erst ins Bewustsein,
man den Hattinger Christbaum sieht.
Bei der Heimfahrt mit dem Mofa;
Straßenlage, schlechte Sicht,
wia a Erdäpfl der g’schält werd,
vom Bab’n Sepp schaut aus sei G’sicht.
Wia in an Voglhäusl geaht’s
im Verkehrsverband iaz zua,
Finkin außi – Finkin eini,
Laßt’s decht des Vögelein in Ruah.
Sängerkrieg im Hause Wanner,
Leitl’n des is g’wiß net wahr,
des warn eher Weiberg’schichtn
Adi und Fritz liegn sich im Haar.
Auf die Kur in fremden Landen,
freut der Federspiel sich gwiß,
hat zur Sicherheit im Koffer,
einen Pattex fürs Gebiß.
Weil die Uniform so sauber,
frisch gebügelt wie noch nie,
rückt der Schneider Georg aus,
leider um a Woch’n z’früh.
Um Hennen z’kaffn hat ma gmoant,
is der Kurt ins Ausland zog’n,
na, da tuats enk alle täuschen,
a Wildsau hat er hoam getragn.
Am Gigglberg isch’s Liacht aufgangen,
dem Richard war es viel zu hell,
mit der Loater is er aui g’stiegn,
verdunkeln wollte er’s ganz schnell.
Nach der Motage von die Kettn,
war der Herbert von die Sockn,
der Kofferraumdeckel fiel hernieder,
und seine Brillen war’n in Brockn.
Heinzi Samba , Friedl Hirsch,
ja die sparen jeden Nickel,
darum raffn sie beim Watten,
um zwoa Schilling wia die Giggl.
Unsre Schützen am Roas’n Sunntig,
hab’n die Kirchleit arg verdrossen
vor lauter gneatig auf a Bier,
hab’n sie viel zu früh geschossen.
Bisch du Obmann bei de Sänger,
brauchst von Autos nichts verstehen,
doch glaub mir, wenn du koan Benzin hast,
bleibt der schianste Gratt’n stehn.
An neuen Koch für kalte Platten,
tuat der Wintergarten führen,
mit’n Ellbogen tuat der Markt’n,
in Zwiebel und Essig ummarühren.
Nackte Weiber – Herzlan schean,
auf an Bild beim Tyrolian Evening,
kannst du dort beim Wanner sehen,
des is einfach Übertrifening.
Hauptversammlung nach der Kirchn,
muaß die Musik jetzt schon machen,
früher reichte nicht die Zeit,
für a eselsgroaße Krach’n.
Schön wär es vor Reihenhäusern,
bei Kaffee mit Sahnegupf,
flöge her vom Fußballplatz,
statt’n Ball a Guglhupf.
