Seefahrt 1989

VÖGLFOUCHER

Die beasn Leit sein ausgestorbn –
des laß i enk iatz wissn!
Wer hat nocha bei der Prozession
in groaßn Fuhn umg’schmissn?

Die Auslag von dem Blumengschäft,
dia war a bißl z’kloan;
ein Auto sie vergrößert hat
mit Schwung und ganz alloan.

Die Midl und die Gretti, mei,
die konnten sich kaum retten;
bald hätte sie beim Grantnklaubn
ein Auerhahn getretten!

Die TIWAG baut zum Ouchasteig’n
iatz Paragleiterstiagn
drum kunn der Mayer Ewald gnuag
in d’ Leitung einifliag’n.

Der Sepp, der wollt vom Metro hei’m,
doch die Polizei war schneller;
iatz muaß er sie halt zahlen gian
dia verfluachten Pizzateller.

Einen Kran ganz riesengroß
schmeißt Heinz, der Maurermeister
in Arthurs schönes Schwimmbad rein
auf Bruderliebe scheißt er!

Aerobic – Kurs ist angesagt –
ma muß die Damen loben;
du spürst es, wie die Halle bebt,
wenn Arsch und Busen wogen!

RITTERSLEIT

Inser E – Werk war daladdert,
die Turbin’ hat lei mer klappert,
darum hab’n sies iatz g’richt,
daß es nimmer zammenbricht.

Zu Silvester ein Krawall
in Hatting hab’ns gschossen überall,
ganz verruckt ma könnt fast glauben,
Unabhängigkeit sie g’feiert hab’n.

Der nue Hauptmann isch Vermesser,
vielleicht werd des nacha besser,
hoffentlich hat er an Plan,
daß sich die Schützen umderdrahn.

Im Schützenheim da isch was los,
Bälle – Watten ganz pompos,
doch die Wirt wolln’s nit verstiahn,
wern sie eppar sprengen gian.

Wie soll man da zusammenspielen,
es geht halt nit beim besten Willen,
ja es isch halt a Malheur,
die Musik hat koan Wach’tler mehr.

A Garage wia a Palais,
baut der Kurt es wißt’s es eh,
i moan des werd a Bauernhof
und a a Platz’l für die Schaf.

An der Nordseeküste

Am Fischerhüttl,
da feiern’s und schrein,
des nette Eck Inzing,
g’heart dem Fischverband allein.

Der Freudenthaler
a ganz netter Mann,
was der Laggl ins untuat
ma sach nen’s nit an.

A Müllverbrennungsanlag
im Osten uns Winkt,
isch des no nit gnuag,
wenn sei Zigarren so Stinkt.

Die Hochzeit des Jahres,
ja Leit des isch wahr,
die Logar – der Wurzer,
das Umweltprinzenpaar.

Die Logar Karin,
sonst durch und durch griann,
sicht man’s in der Gaißau,
mit’n Auto ob’n stiahn.

Anderst verrechnet,
die Säck sie ham’s welln,
iatz braucht sie der Pecher,
mit zähl’n nimmer quälen.

Glory, Glory Halleluja

Vor inserer Kirchn wern die Tafleit langsam bang,
es wirklich alle da – nur fahlen tuat der Lang.
Zum Tafschmaus isch er kemmen – vorher leider nit,
denn des Radl’n isch sei Hit.

Inser Herr Pfarrer der i’sch a nit dumm
im Widurn da werd’s nen z’laut – denn sie schrämen umadum.
Er packt sei Sackl und sagt: Pfiat enk es Leit,
aber i ziach iaz nach Reith.

Bei inserem Widum werd viel ummabaut
nach’n verputzen ersch die Fenster auserkaut,
a jeder werd durschtig bei an so an groaß’n Gneat,
so der Messwein a fertig werd.

Die Schulmeß’ werd heuer aber sicher b’sunders schian,
der Pfarrer moant – es war decht nett – wenn die Eltern tat’n gian.
Freitag war’s – die Leit de warten – Herrgott so a Gfrett
denn der Pfarrer liegt no im Bett.

Die Friameß am Sunntag – liabe Leit des miaßt’s verstian,
denn koaner tuat do gern vom warmen Bett’l außergian.
Unter da Meß sig’sch wias dem Pfarrer andersch werd,
weil sei Milch steat no am Herd.