Seefahrt 1992

VÖGLFOUCHER

Noch Hatting hin a Zaun muaß sein
da bau’ ma lei oa Gatterl ein.
Nachgeb’n toan mir nit a biß’l
lei der Volker kriag an Schlissl.

Wenn oaner decht will uma kemmen
do werd er si’ in Grint einrennen.
Der Kostner muaß in Volker riaf’n
oder unten durchi schliafn.

Den Schletterer, den sah man lieg’n
im Bangert einst beim Gstrein.
Isch Zeit, daß mir an nuien kriea’n
wenn die Schof schun stärker sein.

Die heiligen drei Kinig ham
nach Bethlehem g’miaßt rennen
und ins’re toan nach Toblat’ schun
in Wimmers MAZDA nemmen.

In Wanner Pepis’s Bungalow
lebt Marder und viel Maus
an Zuagang hat er jede Nacht
wia in an Freudenhaus.

Alter tuat der Chor iatz. wer’n
manche toan gor schlecht schon hearn.
Der Meinrad isch iatz in der Rente
und wieviel ham’ mir impotente?

Die Rodler hab’n – des isch wahr
an Jeep an ganz modernen.
Hinauf da geht er mit Motor
gebremst wird mit Laternen.

Der Puelacher tuat Semmeln machen
dia tuat er in sein Ofen bachen
und wenn se nocha feirtig san
schmeißt er sie auf die Autobahn.

Alle Schitzen macht’s enk au
iatz tuat der Hois enk leit’n
lei so viel Gwicht brim’s nimmer z’samm
als wia zu Henni’s Zeit’n.

RITTERSLEIT

In Hattting sigsch an Christbam stian.
a Klopens’l isch a so schian.
Inser Geld wearn dia vermissen
weiter geat’s jatz ziemlich g’schissen.

Inzing isch a braves Pflaster
liabe Leit sein – ohne Laster
Sov’l Sünder find’sch nit leicht
wia bei ins wearn Pfarrer g’weicht.

Und der Ritter Karli Lang
der verspührt oft einen Drang.
Es gibt für ihn nur noch ein Ziel
ein klerikales Kartenspiel!

Vom Kirchenchor die Weiberleit –
Mar’ and Josef – dia sein gscheit.
Für ‘n Volker war ein schwerer Schlag
der Drei-Jahres-Werksvertrag.

Und der Ritter Kurt von Heel
haut beim Nagel’n niemals fehl.
Doch neulich hat er all’s verpatzt
da hat’s nen von der Loater g’schmatzt.

Der Charly muaß Diät iatz leben
die Hos’n toan ihm nimmer heb’n
a Form hat er ganz a letzi
schaug schlechter aus als wia der Ötzi.

In München in der NO-NAME-CITY
da liegt der Charly in der Mitti.
Der Fritz der hat es sehr bemängelt
daß man sein Freind hat niedertengelt.

Der Gadner feierte Promotion
da follt ihm etwas aus der Gosch’n
Er speibt was vorher war in Flaschen
der Susi in die Ledertaschen.

Und das Ritterfräulein Wanner
isch nou alleweil nit schwanger.
Ins war’s wurscht – ob schwarz ob weiß
die Hauptsach isch, es wert koa Preis.

Hinter insrer Stadltür

Sakra spielt die Musig au,
tuifl dia ham heit oan drau
Na – dei spielen g’wis koan Baz
vor’n do steat da Platz.

Tenöre sicht ma umaflack’n
Bässe zirchlen wia die Fack’n
kein Bericht vom Krankenhaus,
– ‘s Fuaßballspiel isch aus.

An nuien Stall der Schärmer baut
hat’s ganze Taschengeld verhaut
sinsch braucht er’s nimmer – hat koa Gsches’l
isch ganz aloan der alte Es’l.

Wenn in’s nit alles teisch’n tuat
der Christbaummarkt der war nit guat
verkaff’n tat’n dei sich trau’n
letze Bam und Staud’n.

Mit Holz dei wert a Rewag gmacht
sog’n die Bauern – war decht glacht.
des Geld – ja do sein alle platt
die Soalbahn gfress’n hat.

Hear giahn tuat’s oft kompliziert
– zwoa Bügermoaster unscheniert
beim Puelacher toan Fensterl’n giahn
– Brauchtum isch halt schian!

Inser Ralf der hatte Not
mit dem verfluchten Parkverbot.
Nagelt no des Steigl zua.
So? – iaz isch a Ruah!

Einsam schleicht ein Mann durch’s Darf’l
hint’ und vorn a freindlich’s Larvl.
Des gibt koan Bürgermoaster oh’
sein zwianig Roate do’.