Seefahrt 1994

VÖGLFOUCHER

Gneatig, gneatig – nia koa Zeit
durchanandergschuichte Weiberleit.
Was isch denn dou – mir wiss’n schon:
Der Beiler Franz isch in Pension.

Alt sein nutzt halt a nit viel
der Schärmer tuat groud was er will
s’ Hotel schaug iatz zum Speib’n aus
s’ isch halt decht a Schärmer-Haus.

Wanns blitzt und dann kein Donner kracht
dann lieber Schärmer Heinz gib’ acht!
Denn die Erkenntnis die isch bitter
Zivilstreifen-Blitzlicht-Gewitter.

70 Jahre Schärmer Heinz
und decht koa alter Esel
wia mir erscht kürzlich g’sech’n hab’n
hat er a gschmachig’s Gschös’l.

Der Alkohol isch echt a Luader
gfress’n hab’n se ganze Fuader.
Ob’s dir guat geat oder schlecht
für an guat’n Zweck isch alles recht.

In Albl ob’n der Rosenberg
hat mit dem Schicksal g’kadert.
wia dreiunddreißig Grillwürstlen
der Fuchs ihm hat gepfladert.

Tua vor der Prozession oan fragen
ob er tat die Fuhn umtragen
Lei hasch in Draxl Klaus derwusch’n
schaug er aus wia noch’n dusch’n.

Die Jager sorg’n vom Erb der Hans
deis isch a ganz a schlaucher Schwanz.
Tuat ‘s ganze Jahr die Rehlein hegen
und lieber einen Golf erlegen.

Der Bischof schickt in Lang an Gruß
iatz bisch du Consiliarius
In die Leit wert bang und bänger
wert epper iatz die Predigt länger.

RITTERSLEIT

Und der Ritter Karl von Wimmer
sei Pins’l malt seit Jahren nimmer.
Bei der Prob’ laß’t er oan fahren
isch er desweg’n Kommerzialrat war’n?

Fromm sein isch a guates Gfühl
doch manchmal nutzt es a nit viel
die Natur isch wollt’n rougl
in Pfarrer trifft an meist’n Hougl.

Oamol die Woch’n hert men liag’n
im Widum sich die Balken biag’n
A loses Mundwerk – ‘s Geld sitzt locker
deis sein die klerikalen Zocker.

Wenn die Gmoan so weitertuat
Marandjosef do geat’s guat
in der Bahnstraß’ wert a Geld ‘neikaut
und in Z e i t l u p e n gebaut.

Der Mühlweg der war weiß wie Schnee
des hat an Grund g’habt – wist’ es eh.
Der Ritter Walter Fögerix
hat den Asphalt rögefixt.

Und der Ritter Gastl Päter
rechnen kunn er nit der Neater
bringt als Jugendheimchef – Inschenör
für’s Dach er nit gnuag Platten her.

Die Musig isch a guate Truppen
der Sergio hilft beim Ausflug kluppen.
Tian ihr Geld nit ausischmeißen
machen Eisenbahn-Gewerkschafts-Reisen.

Scheißheis’l nit wegschmeißen
nouch’n letschten eichenscheißen.
Weil der Friedl Fetzendandler
isch iatz a a Scheißhaushandler.

gesprochen:
Und das Ritterfräulein Wanner
isch nou allweil nit schwanger.
Ins war’s wurscht ob schwarz ob weiß
die Hauptsach isch es wert koa Preiß.

Das Ritterfräulein isch iatz Muater
a Bua isch ‘s war’n a ganz a guater
der Vater isch – ja des isch Bitter
a elend’s langer Preiß’nritter

AUF DER SEE

Es war einmal ein Müllerlein
der tat so gern Direktor sein
die Telfer hab’n die RAIKA gschluckt
und iatz gibt’s nou oan der si buckt.

Das Ringerherz hat heier glacht
sie hab’n jetzt den Meister gmacht.
Doch die Fuaßball-Schläger-Säckl
kieag’n jed’s Joahr oans am Deck’l.

Der Jugenchor fünf Jahre alt
ein jugendliches Lied erschallt.
Es fiel uns auf im Rampenlicht
hat einer keine Haare nicht!

Wenn mir in Inzing singen tuan
sig’sch Inzinger bestimmt fast koan.
Um Lieder an den Mann zu bringen
toan mit iatz schun im Häfn singen.

Den Schletter so manches plagt
als er in Rußland auf der Jagd.
Den ganzen Tag er sitzt im Sattel
des kunn nit guat sein für die Dattel.

Und’s Essen schmeckt wia alte Krot’n
drum schiaß’n sie an Hirschenbrat’n
Des werd iatz schmecken – nit derrat’n
des Fleisch des war schun wieder gsoutt’n.

Als Kanonier bei ins’re Schitz’n
tuasch du wollt’n wianig nitz’n
wenn am Feir’tig in der Friah
im Bett nou ligsch du voller Bier.

In alter Ehe gibt’s oft Hitz’n
in Charly macht’s amoul recht schwitz’n
a Zeach’nblouter dia wert groaß
die Bettflasch’n war wollt’n z’hoaß.

Im Kindergart’n gibt’s a Bier
die Bergwacht hat’s Kommando hier
iatz kennen se’ im Dorf dobleib’n
und miaß’n nit die Berg derspeib’n.

GSTANZLN

Zum Hirschberger geasch du, wenn dir isch nit recht.
Lei bei der schreg’n Hitt’n dou wert dir ersch schlecht.

Der Bernhard der geaht amol friager hoam
koan Schlissl in Sack – muaß die Loater unloan.
Er steat am Balkon nach oaner Stund kraxl’n
tat liaber schu lang mit der Annelies fernsehschaug’n.

Die Annelies findet zum Autoan koan Griff:
„Isch e’ lei mei Alter und der steat nou schief.“

Wia der Ewald von Sailer a Flugroaß hat gmacht
ein Drogenhund hatte ihn unter Verdacht.
Der Ewald der schreit: „Tiat’s deis Sauviech a weck,
weil des was der gschmeckt hat deis isch lei mei Speck!“

Der Vinzensverein schickt Briaflen a weck
Leitl’n kemmt’s her – für den guaten Zweck.
Man hat sich gewundert was des epper sein,
weil in die Kuvert’s dou war gar nix drein.

Keine Meß bei der Feier – die Jungbürger lach’n
und iatz tuat die Gmoan überhaupt nix mehr mach’n.

Die Musig betritt iatz ein neues Gebiet
und sie kreierte als neuesten Hit
in der Wienerstadt unten als Inzinger Gruß
von Baulärm begleitet den Baustellen-Blues.

In Hagg’n im Bod’n a Loch hammer g’seg’n
dou isch halt a Patscheter innengeleg’n.
und des isch gewesen – er gibt’s selber zua
der Schärmerhof Heinzi mitsam seiner Kuah.