Seefahrt 2000

VÖGLFOUCHER

Mei liabe Gstrein Elisabith, a sou geat’s aber wirklig nit!
Dia reißt – ja isch deis nit a Graus – an Engele die Flügl aus!

Und im Gemeinderat – ös Herrn – ös derfts mer nimmer gröber wern!
Weil deis isch dechtersch’ allerhand – in Bürgermoaster fahlt a Zahnd!

Ös Gschaftler vom Gemeindehaus, wos tuat enk denn dou jucken?
Ös kennt`s decht ins`rer Bergwacht nit in ihre Suppen spucken.

Geah Pfarrer wenn nach Inzing kimmsch, decht nia in Weg von Hatting nimmsch!
Dou nutzt dir koa Bezeugerei – beim Hangl Kurt kimmsch nit vorbei.

Zur Feier inser Pfarrer geht ins Altersheim a Stund zu spät!
Er hockt und singt und trinkt und isst, dabei die Abendmess vergisst.

Im Stollhof dort beim Stammtisch hockt a ganz a fromme Mettn;
dia tuat – bevor sa hoamwärts geat – decht alm a Gsatzl beten.

War i a fesches Weiberleit, gang i zun Kirchenchor nou heit;
dou kemmen decht von Zeit zu Zeit a 5,6 schiane Mannderleit.

Die Telfer haben ihren Naz – deis isch schon alm gwesn;
mir hobn iatz insern Krimpeler – isch a a schiacher Besn.

Der Aufsichtsjager wampet wird und a a bissl fa-aul;
iatz geaht er auf Terrassenpirsch im Buach bein Thurner Pa-aul.

In Hatting drent der Christnbam war schon alm a schiacher Besn –
iatz isch nouch 150 Johr – der insera lötzer gwesn.

In einem Jahr – mit fleiß’ger Hand – hat er beim Zaun die Schnur gespannt.
Der Eggerbau, der geht voran, daß man ihn kaum mehr folgen kann.

Der Hauptmann, der sie kommandiert, hat seine Schützen streng fixiert:
Iatz werd`s mir aber bald zu dumm – rechts schaut! Habt Acht! – Entschuldigung!

RITTERSLEIT

Emanzipationstrara – bei Tanja und bei Barbara;
und i woaß nou a zwiders Hexl, deis isch des Rittersfreilein Drexl.

Die Hauptschual ziacht ins Musig‐Zimmer – eh klar – die Musig braucht’s ja nimmer;
und alle sagen deis isch gscheit, a wenn der Bertl nou so schreit.

As wia a Zeisig tuat er singen, deis ganze Haus aus hert mens klingen!
A nuier Sänger stellt’ sich vor der David isch beim Männerchor.

Bei Eis und Schnee den Berg hinan – nein, die Corina stinkt das an!
Geah, Hubert, sei decht nit so ter – da müssen Allradreifen her!

Was Ritter Lanbach profezeihte, schien dem Fräulein Zipper faul:
Mannder, haltet’s die Gebote, und eis Weiber – haltet’s `s Maul!

Sei Grattn hängt am Rand der Schlucht – der Ritter Ringer hat geflucht.
Das ging ans Leben um ein Haar – ein Glück, dass er so nüchtern war.

Ja, wous wagglt dou durch’s Darfl – kurze Haxn, kugelrund –
deis isch nit der Bürgermoaster, deis isch der Pfarrer mit sein Hund!

Las Vegas groud a Scheißdreck isch, wenn z’Weihnachten in Inzing bisch!
Prachtvoll habn die Wirtschaftsherrn drei Birnd’len aughängt je Latern.

Vom Fleisch fallt iazt an alter Ritter, herrschaftsseiten, deis isch bitter!
Sepp, wia kimmsch du mir iatz vor – fahlt dir am End der Kirchenchor?

Der Bruno wollt es endlich wissen und hat auf’s Kreiz sich einigschmissen;
deis Steißbein kracht – der Steg bleibt fest – Gemeinde-Aufgangsgitter-Test.

Ritter Franz von Lanersbach – mei, macht der beim Singen Krach
der Barberotti isch a Dreck – der Franz fegt Chor und Orgel weck.

AUF DER SEE

Deis nouglnuie Widum brennt, – die Fuierwehr isch auigrennt,
geah-Poltlin, sauf nit souvl Wein-, deis war beim Lang der Kerzenschein.

Wia geaht’s nen denn, dem Heiter Lang – im außerfernen Heiterwang?
A kalter Herd und kein Gesang – a so geaht’s nen in Heiterwang.

Beim Schuasterluis der Hund war krank – Ein Arzt im Hause – Gott sei Dank!
Der Meinradi hat operiert, bis dass deis Viechl isch krepiert.

Siecht men dia Ringer ummastian – sein se’ decht alm wollten schian.
Lei – wous nit ins alloan fallt au – sie sein halt alm ganz schian blau.

Oan Schuach von mir und oan vom Schneider – so steah i auf’n Gipfel – leider!
Die Frieda spürt`s am Zeachen-Drücken, der Partnerlook hat seine Tücken.

Die Christl fährt Mercedes – A, ein Abstands-Warner wäre da!
der Piepser piepst – die Christl lacht – isch dechtersch auf die Mauer kracht.

Deis Malta mischn muaß men kennen – die Mischmaschin dia muaß lei rennen.
Wenn sie dem Mülli z‘langsam lafft, nor werd deis Luader eichngrafft!

Koan Kreuzer er beim Karten g’winnt – die Nogg’l fliag nen umen Grint;
der Josl lernt deis nia – deis Watten – trotz seiner Direktionskrawatten.

Ein Meerschweinchen muaß Frieden finden – im eig’nen Boden – bei den Linden.
Der Martin in die Gfriar es steckt – deis Scheißviech isch zu fria verreckt.

Die Musig den Konzertsaal schmückt – deis Publikum isch ganz verzückt.
Den Vorhang, den man do hat braucht, – den hat man den Rumänen pflaucht.

Christinele zur Musig kam – da fing di Sumserei schon an:
sie fallt dem Peter um den Hals – Kapellmoaster – i blous dir alls.