Seefahrt 2011

VÖGLFOUCHER

Koa Fensterscheiba hat a Ruah
oben, unten, außen, innen!
Der Meinrad plakatiert alls zu,
weil die Nadine muss gewinnen.

Beim Rechnen heizt sie teuflisch ein
die neue Chefin im Altersheim.
Die Feuerwehr, die weiß das auch:
a heisse Frau macht halt viel Rauch.

Der Kastler Max im Scharfen Egg
hat schon a bissl gestutzt,
wie der Maizner mit der Teufelsgeig
im Lampenschirm hat geputzt.

In Toblaten der Himmel schwarz,
die Sonne weg, eiskalt.
Die haben a Rabben – Zuchtstation –
zwölftausend seind schon bald!

Da bricht bei einem Händedruck
der Bockn Peter doch
in Gruber Rudis Finger auch –
a so a grober Zug!

Wenn die von Zirl in Müll heintun,
wer mer nit in Dreck versinken;
und ärger wie der Safferlig
kann der auf koan Fall stinken.

Enterwassler, Grillenbichler
tun unsre Reihen füllen;
die Zirler Buben / beim Männerchor,
die singen wie die Grillen.

An Antrag ausm 50er Jahr,
an die Plunser Madl geschrieben,
weil sie ihn erst heuer gelesen hat –
ist ihr die Perle geblieben.

Und wieder durch die Finger schaut
der Pfarrer, wenn er denkt,
dass die Gemeinde in ADEG kaufen tat
und ihm als Pfarrsaal schenkt.

Beim Männerchor der Faltenwurf
sich mehr und mehr verdichtet.
Die Woche wird das Bild aufgestellt,
und nachher werden sie geliftet.

RITTERSLEIT

Die Vereine sind entzückt
was der Gemeinde ist geglückt:
prima Fleischkas – welch ein Traum –
frisch und hot vom Heizungsraum!

Wenn i im Würstlstandl lohn,
nor siech i Herrgottswinkl koan,
dafür hockt da jahraus, jahrein
schön brat / der Haider Walter drein.

A Hirschwurst war decht a Genuss,
des denkt der Richard voll Verdruss.
Doch seine Würste, die haben’s fein –
die sein noch in die / Hirschlen drein.

Naturschutz gilt in der Geissau,
passt’s auf, ös Leitln – Mann und Frau!
die Bergwacht streng drauf achten werd:
reiten derfsch lei / mit ohne Pferd.

Des Cölipat aufweg zu bringen,
im Widum toan’s schon Brautnacht singen.
Der Praktikant ist schon beweibt –
lei der Andreas / standhaft bleibt!

Da streitn sich die Leit herum,
was mit dem Wald wird künftig tun;
der Teilwald der wird reguliert,
der Witscheler wird ausrangiert!

Adventkonzert – eiskalt des Kirchl,
dass wie a Facklsau i zirchl.
In Seefeld toan mir lei mehr singen,
wenn’s uns davor / a Wärmflasch bringen.

Derweil alls zu der Krippn rennt,
der Sino Gloriwasser brennt.
Im Brenner – Kühler – Kreislauf drein
dou sollt halt a / a Wasser sein!

Der Kurt hat betet Tag und Nacht,
sein ganzen Einfluss geltend g’måcht;
dou megsch decht moanen, des hat groacht.
Des Schwimmbadfest / hat’s decht versoacht.

Die Strass’ nach Toblat krieg a Licht,
dass des in Zukunft nimmer g’schieht:
im Dunkeln geht man lind und leise
größtenteils / durch Pferdescheisse.

AUF DER SEE

Da hat man uns – du glabsch es kann –
wo mir sinn unsern Christbaum ham,
hineingesetzt – i glaub, i tram –
an ausrangiertn Thuienbaum.

Die Trenserin, die wird’s wohl kennen,
die tut all ihre alten Hennen
bei andre Leit’ gegen junge tauschen,
um wortlos damit abzurauschen.

Wie der Jager Hans von Erb
treibt’s unser Richard a ganz derb:
da schiesst er nach a langen Pirsch
an ganz an gleichn Wasserhirsch.

Die Kirche ist nit lei zum Betn,
na, na, dou kann man ummaknetn,
da kann man treiben Schabernack
mit einem riesen Schaukelsack.

A altes Haus wird umgebaut,
ja Bua, dou haben die Hofer gschaugt:
beim Knapp – am End – dass i nit liag,
jetzt Hof an eigenen Widum krieg?

Die Weihnachtssterne, die leucht’n schön,
tuasch im Advent durchs Dörfl gehn.
Erleuchtung a nit schaden tat
dem inrigen Gemeinderat!

Senioren von der roaten Seitn
erleben jetzt ganz bessre Zeitn.
die Sorgin sorgt, dass alles glänzt.
Hat man den Sergio ausgebremst?

Des Glander dort am Kirchenchor
der Plunserin in Weg alm wor,
den Boden hat man höher baut,
und jetzt die Madl drüber schaugt.

A Wunsch, den unser Pfarrer hätt:
die Friedhofsordnung ändern tät.
Nit a Beschwerde hat’s gegeben,
weil die Betroffnen nimmer leben.

Rauchverbot wurde storniert
ganz ohne Druck vom Gartlwirt.
denn trotz Verbot – tut’s weiter bleibn –
dei ganzes Gwand stinkt wie zum speibn.